Für Einige mag es klingen wie ein Urteil, für Andere ist es eine Herausforderung, für Alle aber ist es Notwendigkeit, um beruflich bestehen zu können: lebenslanges Lernen. Und nicht nur im beruflichen Bereich. Die Globalisierung, die Entwicklungen auf den Gebieten Wissenschaft und Technik sowie die demographische Entwicklung sind die Hauptargumente für stetiges Lernen. Vor allem im privaten Bereich erweitern wir unser Wissen ununterbrochen: Handy, MP3-Player, CD-Player, Navigationssysteme, Computerspiele, PC, Internet – das sind nur einige Beispiele dafür, wie jeder Einzelne in seinem privaten Bereich dazulernen muss, um gängige Geräte und Systeme bedienen und nutzen zu können.

Man nimmt allgemein an, dass etwa die Hälfte der Wissensinhalte aus der Schulzeit nach rund 20 Jahren überholt ist. Fachwissen altert aufgrund neuer Entwicklungen oder Produkte sehr viel schneller. Beispielsweise sind in technologiebezogenen Bereichen etwa 50 Prozent der Wissensinhalte nach drei Jahren, im EDV-Bereich bereits nach einem Jahr veraltet.

In zahlreichen bildungspolitischen Programmen wurde das Konzept des lebenslangen Lernens verankert. Ob Vorschulkinder, Schüler, Auszubildende, Studenten, Arbeitnehmer oder Senioren – jeder soll die Möglichkeit haben, sich zu bilden, möglichst unabhängig von sozialer oder nationaler Herkunft. “Das Lernen im Lebenslauf gehört zu den großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Die Verwirklichung des Lernens im Lebenslauf ist entscheidend für die Perspektive des Einzelnen, den Erfolg der Wirtschaft und die Zukunft der Gesellschaft“, heißt es in einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu diesem Thema. Ein rohstoffarmes Land wie Deutschland müsse deshalb die wichtigste Ressource Bildung stärker für wirtschaftliche Dynamik und persönliche Aufstiegschancen erschließen.

Dies betrifft besonders den Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Im europäischen Vergleich steht Deutschland nicht gut da. Laut Stiftung Warentest, die regelmäßig Weiterbildungsinstitutionen und deren Beratung testet, liegen die Skandinavier an der Spitze, was berufliche Weiterbildung angeht. Franzosen und Engländer nutzen diese Chance für die Karriere ebenfalls öfter als Arbeitnehmer in Deutschland. Zahlen aus dem Jahr 2007 zeigen, dass nur etwa 14 Prozent der Erwerbstätigen Neues für ihren Job dazugelernt haben. Bei den über 55-Jährigen waren es nur zehn Prozent.

Der Weiterbildungsmarkt ist entsprechend seiner Förderung enorm gewachsen. Für den Lernwilligen bedeutet dies, dass er sich durch eine Vielzahl von Angeboten kämpfen muss. Verschiedene Institutionen haben sich auf die Beratung spezialisiert: Sie geben Tipps hinsichtlich Thema, Finanzen und Organisation. Doch nicht alle beraten gleich gut, hier gibt es laut Stiftung Warentest erhebliche Qualitätsunterschiede.
Vergleichen lohnt sich auch in anderen Bildungsbereichen: Seminare für Ehrenamtliche, Schülerhilfen oder spezielle Angebote für die, die noch nicht einmal zur Schule gehen. Angebote gibt es für jeden Lebensabschnitt, um sich so früh wie möglich an lebenslanges Lernen zu gewöhnen.

Staatliche Programme im Überblick -  Finanzielle Lern-Unterstützungen

(dtd). “Aufstieg durch Bildung“ nennt die Bundesregierung ihre Qualifizierungsinitiative, mit der Arbeitslose, ältere und junge Arbeitnehmer, Begabte und Ehrgeizige angesprochen werden sollen. Mit dem Programm “Bildungsprämie“ wird einkommensabhängige Weiterbildung für Erwerbstätige und Arbeitssuchende gefördert. Da gibt es zum einen den Prämiengutschein und zum anderen das sogenannte Weiterbildungssparen. Mit dem Prämiengutschein wird die Hälfte der Weiterbildungskosten (maximal 500 Euro) übernommen. Das sogenannte Weiterbildungssparen können Arbeitnehmer nutzen, die vermögenswirksame Leistungen ansparen. Seit Januar 2009 ist es möglich, Geld für Weiterbildung aus den Sparverträgen zu entnehmen, ohne auf die volle Arbeitnehmersparzulage verzichten zu müssen. Voraussetzung für beide Fördermöglichkeiten ist eine kostenlose Beratung bei einer der rund 450 Beratungsstellen. Informationen über die genauen Förderbedingungen und die nächst gelegene Beratungsstelle gibt es unter der kostenlosen Hotline (0800/2 62 30 00) oder unterwww.bildungspraemie.de.

Für Arbeitslose und Arbeitnehmer, denen die Kündigung ins Haus steht, ist der Bildungsgutschein, den die Bundesagentur für Arbeit ausstellt, gedacht. Damit sind die gesamten Kosten der beruflichen Weiterbildung abgedeckt, einschließlich Kinderbetreuung. Weitere Informationen darüber erteilt die Arbeitsagentur am Wohnort des Antragstellers.

Mit dem sogenannten Meister-Bafög werden alle jene gefördert, die sich nach ihrer ersten Ausbildung für eine Aufstiegsfortbildung zum Meister oder einem vergleichbaren Abschluss entschließen. Das Meister-Bafög setzt sich aus staatlichen Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen zusammen. Ansprechpartner sind die jeweiligen Ämter für Ausbildungsförderung, die im Internet unter www.meister-bafoeg.info aufgelistet sind.

Ein Stipendium können besonders begabte Berufstätige und junge begabte Fachkräfte erhalten, die ein berufsbegleitendes Studium oder ein Vollzeitstudium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule/Fernuniversität aufnehmen wollen. Zuständig ist die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung in Bonn http://www.sbb-stipendien.de), Informationen gibt es auch unter www.aufstieg-durch-bildung.info.

WeGebAU ist die Abkürzung für das Förderprogramm der Arbeitsagentur zur „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“, das noch bis Ende 2010 läuft. Gefördert wird mittels Bildungsgutschein von der Arbeitsagentur, die auch Ansprechpartner für dieses Programm ist. Darüberhinaus gibt es noch verschiedene Förderprogramme in den einzelnen Bundesländern, besonders für Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen.

Wege durch die Vielfalt – Am Anfang steht die Beratung

(dtd). Ob Schulabschluss, Ausbildung, Weiterbildung oder Lernen fürs Hobby: Der Zug „Bildung“ hält an jeder Station, jeder kann jederzeit zusteigen. Aufgrund des immensen Angebots sollte man genau wissen, wohin die Reise geht. Deshalb ist eine vorherige Beratung unbedingt notwendig. Wer auf staatliche Förderung hofft, für den ist eine Beratung sogar Pflicht.

Doch die ist nicht immer befriedigend, wie die Stiftung Warentest herausfand. 2008 testete sie mehrere zu neutraler Beratung verpflichtete Institutionen. Darunter die Bundesagentur für Arbeit, dem Hauptansprechpartner für Beratung in beruflicher Weiterbildung, sowie einige Alternativen dazu wie Industrie- und Handelskammern (IHK), Handwerkskammern (HWK) sowie kommunale Beratungsstellen. Das Ergebnis, nachzulesen unter www.test.de, fiel vor allem für die Arbeitsagenturen sehr schlecht aus, zumal wenn man bedenkt, dass die Agenturen gesetzlich verpflichtet sind, zu beraten: Entweder war die Beratungszeit viel zu knapp bemessen oder die Berater kannten sich nicht aus. Deshalb rät Warentest unter anderem, zwei Beratungen bei unterschiedlichen Institutionen in Anspruch zu nehmen.

Volkshochschulen, Einrichtungen von Kirchen und Kommunen, Handelskammern, Handwerkskammern oder Innungen sind nur einige Beispiele von wohnortnahen Weiterbildungsanbietern. Darüberhinaus gibt es zahlreiche weitere Institute und Einrichtungen der Erwachsenbildung, die nicht so einfach zu erreichen sind, sowie Fernlehrgänge oder Fernuniversitäten. Überblick verschaffen sogenannte Weiterbildungsdatenbanken. Ein guter Einstieg in die Thematik ist die Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildung “info web Weiterbildung“ (www.iwwb.de). Weit über 700.000 Angebote aus allen Bundesländern sind hier zu finden. Auch gibt es Links zu anderen Weiterbildungsdatenbanken, beispielsweise zu denen der einzelnen Bundesländer.

Mit der Berufsausbildung hört das Lernen nicht auf, sondern fängt erst richtig an. Denn nur lebenslanges Lernen sichert auf Dauer den Arbeitsplatz. (djd/KfW Bankengruppe)

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Wer berufsbegleitend lernen will, für den könnte Fernunterricht eine Möglichkeit sein. Auch hier konkurrieren viele Anbieter, beispielsweise die Studiengemeinschaft Darmstadt (www.sgd.de) oder ils – nach eigener Aussage Deutschlands größte Fernschule (www.ils.de). Sämtliche Fernlehrgänge sollten von der staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) zugelassen sein. Die ZFU ist per Gesetz die zuständige Behörde zum Schutz der Teilnehmer am Fernunterricht. Unter www.zfu.de sind sämtliche Anbieter von Fernunterricht zu finden, jedoch keine Lehrgänge. Umfassend informiert der “Ratgeber für Fernunterricht“, der bei der ZFU angefordert oder von deren Internetseiten heruntergeladen werden kann.

Wenn’s ums Geld geht – Vielzahl von Förderungsmöglichkeiten

(dtd.)Für jene, die ihre Weiterbildung nicht aus vollständig aus der eigenen Tasche zahlen können, gibt es eine Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten. Eine Übersicht über die wichtigsten staatlichen Förderungen gibt der Ratgeber der Stiftung Warentest „Weiterbildung finanzieren“, zu bestellen unter oder herunterzuladen von www.test.de. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt im Rahmen der Bildungsoffensive “Aufstieg durch Bildung“ ebenfalls Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten (www.aufstieg-durch-bildung.info). Über Stipendien für Begabte informiert die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (www.sbb.de).

Neben Zuschüssen und Stipendien kommen auch sogenannte Bildungskredite in Frage. Darüber informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Ratgeber “Ausbildungsförderung – BAföG, Bildungskredit und Stipendien“. Ein Download ist hier möglich von www.bmbf.de. Das Bundesverwaltungsamt hat ebenfalls alles Wichtige zu diesem Thema unter www.bildungskredit.de zusammengestellt. Viele dieser Bildungskredite laufen über die kfw Bankengruppe, die eine Website zu diesem Thema zusammengestellt hat (www.kfw.de). Auch einige Banken und Geldinstitute haben günstige Weiterbildungsfinanzierungen anzubieten.

Weiterbildung macht sich auch bei der Steuererklärung bemerkbar. Auskunft darüber geben die zuständigen Finanzämter. Die finanzielle Absicherung im Beruf und bei Weiterbildung beleuchtet die RatGeberZentrale, ein Verbraucherportal im Internet (www.ratgeberzentrale.de). Dort gibt es Beiträge zu verschiedenen Aspekten, auch als Podcasts und Video.