Die Advents- und Weihnachtstage verlaufen längst nicht in jedem Haushalt ruhig und besinnlich. Der Grund: Wohnungsbrände, die in vielen tausend Fällen durch brennende Kerzen an Weihnachtsbäumen, Gestecken und Adventskränzen verursacht werden. In der festlichen Zeit hat das Feuer Hochkonjunktur, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) feststellt. Rund 12.000 Brände ereigneten sich bundesweit allein 2010 in der festlichen Zeit. Zu beklagen war ein Gesamtschaden von rund 35 Millionen Euro.

Brennende Kerzen

Besonders tückisch: Im Brandfall greifen die Flammen oft sehr schnell um sich, da Adventskränze, Tannenzweige und der Baum trocken sind und somit zu wahren Brandbeschleunigern werden. Besonders sorgsam sollte man mit echten Kerzen am Weihnachtsbaum umgehen. Wenn die Tanne erst einmal Feuer fängt, bleibt erfahrungsgemäß bis auf das Baumskelett meist nichts übrig. Damit der Heilige Abend nicht mit einem Notruf bei der Feuerwehr endet, haben die Versicherer (Details unter www.gdv.de) die wichtigsten Tipps für den richtigen Umgang mit Weihnachtsbaum und Kerzen zusammengestellt.

Den Weihnachtsbaum feucht halten

So sollte man den Weihnachtsbaum erst möglichst kurz vor dem Fest kaufen, damit er noch frisch ist und nicht bereits in der Wohnung austrocknen konnte. Wichtig ist auch der passende Standort: Leicht brennbare Stoffe wie Gardinen und Vorhänge sollten sich auf keinen Fall in direkter Nähe befinden. Der Baum sollte sicher und fest auf dem Boden stehen. Die GDV-Experten empfehlen dazu einen stabilen und mit Wasser gefüllten Christbaumständer. Wasser sollte regelmäßig nachgegossen werden, damit der Baum nicht austrocknen kann.

Vorsicht mit echten Kerzen

Wichtig ist auch die Auswahl des Weihnachtsbaumschmucks. Wenn es echte Kerzen sind, ist es ratsam, auf leicht brennbare Gegenstände wie Strohsterne zu verzichten. Die Kerzen sollten sich in festen Kerzenhaltern befinden, Äste und Zweige sollten so weit entfernt sein, dass die Kerzenflamme sie nicht erreichen kann. Ein Tipp zum Anzünden: Man sollte stets von oben nach unten vorgehen, mit der Baumspitze beginnen und die tiefsten Kerzen zuletzt anzünden.

Viele Brände ereignen sich in kurzen Augenblicken der Unaufmerksamkeit. Daher darf ein Weihnachtsbaum oder ein Adventskranz mit brennenden Kerzen möglichst nie unbeaufsichtigt bleiben. Ein besonderes Auge sollte man zudem stets auf Kinder und Haustiere haben, so der GDV. Und sollte trotz aller Vorsicht doch ein Zweig Feuer fangen, zählt buchstäblich jede Sekunde. Löschmittel wie Wassereimer oder Handfeuerlöscher sollte daher stets griffbereit in der Nähe sein.

Auch Geschenke sind versichert

Ein Trost für diejenigen, die von einem Wohnungsbrand an Weihnachten betroffen sind: Schäden, die durch das Feuer, aber auch beispielsweise durch Löschwasser entstehen, werden von der Hausratversicherung abgedeckt. Im Jahr 2010 leisteten die Versicherer durchschnittlich 2.900 Euro pro Schadensfall. Sogar die Weihnachtsgeschenke unterm Baum – sollten sie den Flammen zum Opfer fallen – sind dabei mit versichert.