Das ganze Arbeitsleben über in einem Betrieb verwandten Tätigkeiten nachgehen und anschließend dem wohlverdienten und gut alimentierten Ruhestand frönen: Das mag früher ein sinnvolles Modell für die Lebensplanung gewesen sein. Doch spätestens für alle, die nach dem Jahr 1960 geboren sind, taugen derlei Strategien nicht. Nicht nur, dass gänzlich ungewiss ist, wie haltbar die Rentenversprechen der vergangenen Bundesregierungen sind. Auch die realitätsfremden Handlungsstrategien mancher Personalchefs jagen vielen aus diesen Jahrgängen, die eigentlich glauben, ihre “Schäfchen im Trockenen” zu haben, den einen oder anderen Schauder über den Rücken.

Wachsen, wach sein

Nicht wenige Entscheider in den Personalbüros handeln so, als ob gering bezahlter, gleichwertiger Nachwuchs in nahezu jedem Personalbereich beliebig verfügbar wäre. Bildungsexperten hingegen wissen, dass dem nicht so ist. Was also kann jeder Einzelne tun? Wichtig ist es, dem Arbeitgeber in puncto Fortbildung auf die Füße zu treten und zu sagen: “Ich will das!” Fast jeder Chef wird im Zweifelsfall nur den eigenen Vorteil suchen, und wer sich dann seit vielen Jahren nicht weitergebildet hat, nicht gewachsen ist, nicht aufmerksam gegenüber den eigenen Interessen war, hat anschließend auf dem Arbeitsmarkt häufig das Nachsehen. 

Foto: djd/Berufsverband Deutscher Präventologen

Foto: djd/Berufsverband Deutscher Präventologen

Nicht verzweifeln

“Kann ich nicht Dombaumeister sein, behau ich als Steinmetz einen Stein. Fehlt mir auch dazu Geschick und Verstand, trage ich Mörtel herbei und Sand”, wusste schon der deutsche Dichter Rudolf Baumbach und meinte damit, dass im Berufsleben Flexibilität Trumpf ist. Außerdem, auch dies schwingt in seinen Zeilen mit, sollte man sich nicht zu schade sein, für eine gewisse Zeit auch einmal eine Tätigkeit auszuüben, die nicht exakt der eigenen Qualifikation entspricht. Sollte es trotzdem – womöglich gar in fortgeschrittenem Alter jenseits der 45 – zur Arbeitslosigkeit kommen, lautet das oberste Gebot: Nicht verzweifeln. Zum einen gilt es, sich bei Bewerbungen die eigenen Vorteile vor Augen zu führen, wie etwa große persönliche und berufliche Erfahrungen, die hohe Motivation und eine abgeschlossene Familienplanung. Falls über Bewerbungen erst mal “nichts läuft”, dann macht es außerdem Sinn, die Selbstständigkeit ins Auge zu fassen: Von Franchise über eine Kleingründung bis hin zu E-Business bietet sich hier eine Vielzahl von Möglichkeiten.