McDonald’s oder Burger King, Apollo-Optik oder Fressnapf, die Musikschule Fröhlich und die Schülerhilfe: Sie alle haben gemeinsam, dass sie wie ungefähr 950 andere Unternehmen in Deutschland auf Franchisepartner setzen. Und das mit weiterhin wachsendem Erfolg: Auch das Krisenjahr 2009 konnte der Branche nichts anhaben. Nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV) stiegen die Umsätze von 47 auf 48 Milliarden Euro. Rund 58.000 Franchisenehmer beschäftigen mittlerweile 452.000 Menschen.

Die Spreu vom Weizen trennen

“In wirtschaftlich schwierigen Zeiten geht es der Franchisebranche häufig besser, weil der Unternehmer flexibler als in Filialbetrieben agieren kann”, sagt Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des DFV: “Bekannte Marken und die Unterstützung durch den Franchisegeber machen das Franchisemodell selbst für unerfahrene Neuunternehmer interessant.” Allerdings warnt Brodersen vor zu viel Blauäugigkeit: “Kein Mensch kann sich darauf verlassen, dass er als Franchisenehmer eine Selbstständigkeit ohne Risiko bekommt.” 

McDonald's ist ein Urgestein im Franchisemarkt. (Foto: djd/Deutscher Franchise-Verband e.V.)

McDonald's ist ein Urgestein im Franchisemarkt. (Foto: djd/Deutscher Franchise-Verband e.V.)

Der DFV selbst hilft potenziellen Franchisenehmern mit einer Positivliste, die Spreu vom Weizen zu trennen. Torben L. Brodersen: “Bei unserem Franchise-Gütesiegel wird alle drei Jahre die Qualität des Franchisegebers unter die Lupe genommen. Geprüft werden Systemkonzept, Produkte, Ausrichtung und Management. Daneben haben wir einen Ethikkodex für Franchisesysteme.”

Ausweg aus der Kreditklemme

Der gute Name des Franchisegebers hat gerade heute einen weiteren großen Vorteil: Eine schlüsselfertige Existenzgründung, die auf einem erfolgreichen Konzept basiert, wird auch die Bank viel eher überzeugen – wichtig in Zeiten zähfließender Kredite. Die Franchisegebühren bewegen sich im Übrigen zwischen zwei und 15 Prozent des Umsatzes. Wer beispielsweise eine Tchibo-Filiale in bester Lage betreiben will, muss mit einer Anfangsinvestition von 100.000 Euro rechnen – als Franchisenehmer der Bäckereikette Kamps ist man dagegen schon mit 5.000 Euro dabei.

Unter www.franchiseverband.com gibt es alle Informationen.