Gerade die Angehörigen früherer Jahrgänge blicken derzeit nicht selten mit einer gewissen Portion Neid auf die Studienabgänger und Berufsanfänger der Gegenwart. Der Grund ist einfach: Wer nicht gerade ohne Abschluss die Schule verlässt und zudem den festen Willen hat, etwas aus seinem Leben zu machen, der hat so gute Perspektiven wie selten zuvor. Heute ist es beispielsweise so einfach, eine Lehrstelle zu finden, wie schon lange nicht mehr, und wenn die Konjunktur weiterhin gut bleibt, dann gilt es als sehr wahrscheinlich, dass dies auch so bleibt. Wer sich allerdings bei den Bewerbungen von Medienberichten allzu sehr blenden lässt, kann trotzdem Probleme haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. So attraktiv Berufe wie Tierpfleger oder Koch im TV auch wirken mögen – in der Realität stellt sich die Arbeit meist deutlich härter dar als in der Reality-Soap, und zudem übersteigt die Zahl der Bewerber in solchen Berufen nicht selten das Angebot bei weitem.

Kraftfahrzeug-Mechatronikerin

Keine Angst vor Osteuropa?

Doch wird sich die Lage der Berufseinsteiger nicht nahezu zwangsläufig verschlechtern mit der Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für Osteuropäer? Diese bange Frage stellt sich manch einer. Denn seit dem 1. Mai 2011 dürfen mittel- und osteuropäische Arbeitnehmer, also Polen, Tschechen, Ungarn, Slowaken, Slowenen und Balten, ohne Beschränkung in Deutschland arbeiten. Immerhin 1,2 Millionen Arbeitsmigranten erwartet das Institut der Deutschen Wirtschaft in den kommenden zehn Jahren, circa 800.000 davon bereits im Zeitraum bis Ende 2012. Bei weiterhin positiver Wirtschaftslage muss dies allerdings keine Probleme bereiten, da sind sich die Ökonomen weitgehend einig. Vielmehr könne so womöglich der in Deutschland grassierende Mangel an Fachkräften gelindert werden. Dem Problem fehlender Hochqualifizierter, also beispielsweise Universitätsabsolventen, wird hingegen kaum beizukommen sein.

Gute Chancen für Akademiker

Akademiker jedenfalls brauchen sich am Standort “D” wohl in nächster Zeit relativ wenig Sorgen um einen Job zu machen. Zahlreiche Unternehmen machen gute Geschäfte, und so verbessert sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Insbesondere bei Ingenieuren und Informatikern rechnen die Arbeitgeber mit einem steigenden Bedarf. Auch die neuen Abschlüsse gemäß dem Bachelor-/Master-System finden in den Unternehmen wachsende Anerkennung und rangieren nur noch knapp hinter dem Universitätsdiplom. Dennoch gibt es für Absolventen keinen Grund, sich zurückzulehnen, da die Erwartungen in den Personalabteilungen durchaus hoch sind. Insbesondere einschlägige Praktika und ausgezeichnete Englischkenntnisse sind als zusätzliche Qualifikationen gefragt.