Tatsächlich fällt die Branche derzeit von einer Krise in die nächste. Ob nun aufgrund der schwierigen Lage in den USA oder wegen der drohenden Zahlungsunfähigkeit Griechenlands, irgendetwas fällt dauernd vor, das die Kurse in den Keller treibt, dann wieder in die Höhe schießen lässt, um sie dann noch tiefer fallen zu lassen. Die Anleger sind größtenteils zutiefst verunsichert und wissen nicht mehr, in was sie noch investieren sollen.
Gold, oder Edelmetalle allgemein, seien die richtige Lösung, das hört man immer wieder. Der Goldpreis hat innerhalb dieses Sommers seinen absoluten Rekordstand erreicht und auch Silber und Kupfer boomten ungemein. Doch ist das tatsächlich die richtige Lösung? Jürg Zeltner, der als CEO beim UBS Wealth Management tätig ist, sagte vor einiger Zeit zum Thema Anlagen: „Die Zahl der Anlage- und Investitionsmöglichkeiten ist bereits heute fast unüberschaubar geworden und wächst täglich an Zahl und Produktvarianten. Gleichzeitig müssen Investitions - und Anlageentscheidungen immer schneller und zeitgleich zu den jeweiligen Marktzeiten getroffen werden, und das vor dem Hintergrund einer weltweiten Verkettung von Informationen, Ereignissen und Märkten.“
Neben Gold und Silber ist aber eine ganz andere Investitionsmöglichkeit in den vergangenen Monaten wieder beliebter denn je geworden: die Immobilie. Immer mehr Anleger retten sich in den sicher scheinenden Immobilienhafen und treiben damit dramatisch die Preise in die Höhe, so dass in vielen Großstädten in Deutschland weder Häuser noch Eigentumswohnungen für normale Verdiener noch erschwinglich sind. Nach Angaben des Immobilienvermittlers Engel & Völkers, die in ganz Deutschland Objekte vertreten, hat sich der Umsatz um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert.
Besonders in beliebten Großstädten wie München, Hamburg und Frankfurt sind die Preise drastisch in die Höhe geschossen. Selbst weniger exklusive Objekte haben in diesen Städten Preise erreicht, mit denen nicht zu rechnen war, und die sie mit Sicherheit auch gar nicht wert sind. Und dennoch steigt die Nachfrage weiter. Anleger, die gar nicht an dem Objekt direkt interessiert sind, reißen sich, soweit sie können, alles unter den Nagel, was auf dem Markt noch angeboten wird. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Lage bald wieder entspannt und man auch als normaler Mensch wieder auf Haus- oder Wohnungssuche gehen kann.