Die aktuelle Situation in der Welt ist mehr als geradlinig. Die Frage nach einem Militärschlag in Syrien steht in einer ähnlich brisanten Diskussion wie die wirtschaftliche Entwicklung eines schwachen Griechischen Staates oder der Abschwächung des jahrelang treibenden Wachstums Chinas. Gold, Goldpreis, Anstieg, Entwicklung

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 Der Goldpreis wird steigen: 3 Interviews, eine Meinung aufgenommen

Die aktuelle Situation in der Welt ist mehr als geradlinig. Die Frage nach einem Militärschlag in Syrien steht in einer ähnlich brisanten Diskussion wie die wirtschaftliche Entwicklung eines schwachen Griechischen Staates oder der Abschwächung des jahrelang treibenden Wachstums Chinas.

Anleger in Goldbarren und Goldmünzen fragen sich, mit welcher Sicherheit sie neue Goldvorräte aufbauen können bzw. ob alte Bestände reduziert werden sollen.

Um diese Frage zu klären, haben wir drei unterschiedliche Menschen befragt, um ihre Meinung zur deutschen Wirtschaft und vor allem zum Goldpreis in den nächsten 12 Monaten zu äußern.

Dabei befragten wir den Ingenieur Michael John, welcher nach seinem Chemieingeneur-Studium ein Ingenieurbüro Anwendungstechnische Beratung in den Bereichen mineralische Rohstoffe, Entwicklung von Füllstoffen und Kunststoff-, Polymerverarbeitung gründete. Außerdem bietet sein Büro Labormanagement, REACh und GHS. Er entwickelte zudem einen weltweiter Info-Broker für Chemie, Rohstoffe, Bergbau, Geologie und Mineralogie.

Außerdem beantwortete uns Timo Schlichting, Referent im Treasury eines Finanzdienstleisters, die gleichen Fragen sehr ausführlich.

Mein dritter Interviewpartner ist Jochen Staiger ist CEO der Swiss Resource Capital AG aus Herisau in der Schweiz. Außerdem ist er Miteigentümer und Chefredakteur von www.commodity-tv.net und seit über 13 Jahren im Rohstoffsektor tätig.

Die Markteinschätzungen für Gold vom Ingenieur Michael John

Michael John gibt mir in unserem Interview sein Fazit vorab: „Gold als sicherer Hafen war in der Vergangenheit immer wichtig und wird es auch in Zukunft sein.“ Er begründet es vor allem mit der Anzahl der verschiedenen Brennpunkte, die in meiner Einleitung bereits zu finden sind. „Die "Eurokriese", Kriegsgefahr in Syrien, Problemregionen wie Iran / Irak, Afghanistan oder Pakistan werden auch in den nächsten 12 Monaten sehr aktuell sein.“ An steigende Zinsen glaubt John nicht, da sich Deutschland dies wie andere Länder auch noch nicht leisten können. Schwellenländer würden dabei zu stark unter Druck geraten. Dementsprechend sollte sich der Goldpreis nach oben bewegen. Zwischen 1200 und 1600 US$ pro Unze würde er den Zielpreis taxieren, eventuell sogar bis auf 1900 US$ steigen. Dort wäre jedoch das Limit zu sehen. Silber als kurzfristige Spekulation hält der Ingenieur für Deutlich lukrativer, weil der Markt durch seine Enge „deutlich mehr anziehen“ wird.

Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft macht der selbstständige Unternehmer auch von der Wahl am 22.9.2013 abhängig. Sollte die gleiche Regierung an die Macht kommen, wird es einen „kurzfristigen Peak nach oben geben.“ Eher sind dann allerdings Entscheidungen wie „wie Energiepreise / Energieversorgung, EU-Finanzierung, Umgang mit den "Schuldenländern" (Irland, Griechenland, Portugal, ...) und vor allen von der Entwicklung der Abnehmerländer der deutschen Produkte“ die wirklichen Einflusselemente. Ein Risiko für die deutsche Wirtschaft würde vor allem Demokratisierungsbewegungen in China oder in der Türkei ergeben, wenn diese ablaufen, wie zuletzt in Nordafrika. Insgesamt hält John „eine positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland wie in den letzten 12 Monaten für möglich, die Risiken für eine Abschwächung der deutschen Wirtschaft nehmen aber zu.“

Timo Schlichting über drei Entscheidungskriterien für den Goldpreis

Timo Schlichting reichte folgende Einschätzung ein: „Die Entwicklung des Goldpreises in den nächsten 12 Monaten hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

> Risikoaffinität der Anleger
> Liquidität an den Finanzmärkten
> Physisches Angebot und Nachfrage nach Gold

Durch den hohen Goldpreis in den vergangenen Jahren ist durch die Eröffnung von derzeit unrentablen Goldminen physisch ein Überangebot an Gold entstanden, was für einen fallenden Goldpreis sprechen würde. Dem stehen jedoch zwei Faktoren entgegen die für einen steigenden Goldpreis sprechen: Durch die angespannte Lage im Nahen Osten und der Syrienkrise sind die Anleger zeitweise risikoavers und schichten ihre risikoreichen Vermögenswerte in Gold um. Die Liquidität an den Finanzmärkten ist derzeit sehr hoch und die Renditen auf Alternativinvestments sehr niedrig, sodass die Opportunitätskosten für ein Investment in Gold gering ausfallen. Diese beiden Faktoren sprechen für steigende Goldpreise. Da ich mit weiteren politischen Unruhen und einer weiterhin hohen Liquidität an den Finanzmärkten ausgehe, werden diese beiden Faktoren das physische Überangebot an Gold überlagern. Somit sollte sich der Goldpreis in den nächsten 12 Monaten zumindest stabil halten oder leicht steigen.“

Rohstoffexperte Jochen Staiger sieht Goldpreisanstieg voraus

Wie stark der Goldpreis steigen wird, erklärt Rohstoffexperte Jochen Staiger. „Ich sehe den Goldpreis aufgrund der weiter stark steigenden physischen Nachfrage ansteigen. Die Minenproduktion stagniert, jedoch ist die Nachfrage gerade durch China aber auch von Seiten der Notenbanken in Russland, Asien, China und im Nahen Osten extrem hoch. Preise die an die alten Hochs von 1.900 USD/Unze oder sogar noch höher sind denkbar in 12-18 Monaten.

Die deutsche Wirtschaft wird in Abhängigkeit der Exporte weiter ordentlich dastehen. Das Wachstum wird bescheiden bei ca. 1% bleiben, da wir es mit einer gesättigten Volkswirtschaft zu tun haben und wir uns für die Zukunft auf eine sogenannte "Maintenance Growth Rate" von eben diesem 1% einstellen müssen. Es werden nur noch Ersatzinvestitionen getätigt da die Menschen schon alles besitzen.“

Fazit

Offensichtlich sind sich alle drei unabhängig voneinander befragten Experten einig, dass sich der Goldpreis stabil verhalten wird, eher sogar etwas steigen. Zweimal wurde das Ziel von 1900 US$ pro Unze in den Interviews erwähnt, einmal davon nur als absolutes Maximum. Die Interviews haben gezeigt, dass Gold und auch Silber Potenzial haben und der Preis durch internationale Unruhen steigen sollte. Die deutsche Wirtschaft ist davon dann kaum betroffen, sondern wird sich seitwärts oder ebenso mit einem leichten Wachstum entwickeln.

ID Nr.: 269
Suchwörter: Gold, Goldpreis, Anstieg, Entwicklung.
Kategorie: Kapitalanlagen & Fonds  Kapitalanlagen & Fonds
Artikeltyp: Partner Artikel
Hinzugefügt: 11.09.2013
Autor: finanz-sektor.de
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