Einem Artikel auf „n-tv.de“ zufolge lässt sich aktuell jedoch ein ganz anderes Bild beobachten, denn die Kosten für eine Immobilienfinanzierung befinden sich aktuell auf einem neuen 50 Jahres Tief. So lassen sich laut Kilian Fromeyer bei n-tv, Geschäftsführer beim Immobilienportal Immobilienfinanzierung, Baudarlehen schon für Zinssätze von 2,80% bekommen, wenn die Eigenkapitalquote und auch die Bonität des jeweiligen Kreditnehmers entsprechend positiv ausfallen.
Griechenland-Krise ist Hauptgrund für niedrige Zinssätze
Die EU-Schuldenkrise und das Fiasko um Griechenland werden in dem Artikel als Hauptursachen für die niedrigen Zinssätze im Baubereich genannt. Sehr viele institutionelle Anleger würden aktuell sichere Bundesanleihen kaufen, um die Anlageportfolios zu stützen, wurde erklärt. Dieser Umstand führt dazu, dass auch Pfandbriefe wesentlich günstiger sind und mit diesen sichern die Banken ihre Baukredite ab. Somit bleibt ein großer Spielraum zur Senkung der Immobilienzinsen, was vielen Menschen die Möglichkeit eröffnet, eine Baufinanzierung zu äußerst günstigen Konditionen in Anspruch zu nehmen.

Die Zinsbindung beeinflusst die Höhe der Kosten
Natürlich bestimmt in der jetzigen Situation auch die Länge der Zinsbindung in ganz erheblichem Maße die Höhe der Zinskosten für ein Hypothekendarlehen. Wer die Konditionen beispielsweise lediglich 5 Jahre lang festschreiben lässt, kann bereits Darlehen zu einem Zinssatz von 2,40% pro Jahr erhalten. Fromeyer empfiehlt jedoch, leichte Zinsaufschläge in Kauf zu nehmen und lieber eine längere Zinsbindung zu wählen. Die Flexibilität werde dadurch gar nicht sonderlich eingeschränkt, da nach 10 Jahren bereits ein Sonderkündigungsrecht bestehe und man somit bei noch günstigeren Zinsen sowieso eine Umschuldung vornehmen könne, hieß es weiter.
Wie lange werden die Zinsen noch so niedrig liegen?
In einer solch attraktiven Situation stellt sich natürlich die Frage, wie lange die Zinssätze für Immobilienfinanzierungen noch so niedrig liegen werden. Dies kann man momentan nämlich kaum absehen, da es natürlich darauf ankommt, wie sich die Situation um Griechenland und andere schwächelnde EU-Staaten entwickeln wird. Ferner hängt das Ganze auch von der generellen wirtschaftlichen Entwicklung ab und die Zinspolitik der europäischen Zentralbank (EZB) spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch wenn also alles dafür spricht, dass man Kostengründen jetzt einen Baukredit in Anspruch nehmen sollte, mahnen Experten immer wieder an, dass dem Ganzen eine entsprechend sorgfältige Planung vorausgehen sollte. Wer diese Planung bereits vollzogen hat, kann momentan jedoch sehr einfach attraktive Angebote finden.
Die niedrigen Zinssätze sind auch für Anschlussfinanzierungen interessant
Darüber hinaus bieten die momentan sehr attraktiven Zinssätze natürlich auch für eine Anschlussfinanzierung sehr gute Möglichkeiten. Wer innerhalb der nächsten 6-12 Monate ein solches Vorhaben plant, sollte bereits jetzt ein Darlehen in Anspruch nehmen, weil viele Banken eine zinsfreie Bereitstellungszeit zwischen 3 und 12 Monaten anbieten. Möchte man allerdings weiter in die Zukunft planen, könnte ein Forward Darlehen interessant sein, wobei zu bedenken ist, dass man hierfür Bereitstellungszinsen zahlen muss. Auf diese Weise lässt sich allerdings das aktuell Zinsniveau auch noch bis zu 5 Jahre in der Zukunft nutzen.
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